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USA-Austausch 2017

Der einst im Jahre 2003 von Frau Friedel-Rieger und Frau Liegel ins Leben gerufene Austausch mit der Salisbury High School im US-Bundesstaat Maryland erfreut sich unsererseits nach wie vor ungebrochener Beliebtheit. Im Zwei-Jahres-Rhythmus stattet eine Delegation unserer Schule den amerikanischen Gastgebern einen Besuch ab, während im Jahr darauf die amerikanischen Schülerinnen und Schüler dann auf der Ostalb zu Gast sind. Auf die 22 zu vergebenden Schülerplätze hatten sich heuer wieder mehr als doppelt so viele Kandidaten beworben, so dass auch diesmal wieder das Los darüber entscheiden musste, wer zu den glücklichen Teilnehmern gehören sollte.

So fanden sich am Dienstag, den 5. September, neben den Gewinnern auch die Begleitlehrer Frau Horn und Herr Grill ein, die als Neulinge von Frau Friedel-Rieger und ihrem Mann in die Prozedur eingeführt werden sollten. Zu nachtschlafender Zeit (4:00 Uhr morgens) machte sich dann der Tross auf in Richtung Frankfurter Flughafen. Wegen der Zeitverschiebung landeten wir trotz einstündiger Verspätung noch am selben Nachmittag in New York City. Nach überstandener Einreise ging es direkt zum Hotel, westlich des Central Parks gelegen. Da es bald darauf bereits dunkel wurde, bestand das restliche Abendprogramm lediglich im ersten Kennenlernen der Stadt und dem Fußmarsch an den nahegelegenen Broadway.

Dem ersten vollen Tag in NYC mangelte es trotz regnerischen und nebligen Wetters keineswegs an Höhepunkten: die Besichtigung des ehemaligen Einreisezentrums Ellis Island, die Fahrt an der Freiheitsstatue vorbei sowie der Gang zur Börse in der Wall Street seien hier exemplarisch genannt. Unumstrittener Höhepunkt war jedoch der Besuch des Ground Zero sowie die Fahrt auf die Panoramaterrasse des neuen One World Trade Centers (auch bekannt als Freedom Tower). Auch das Shopping kam an diesem Tage nicht zu kurz.

Tags darauf ging es unter anderem zum Rockefeller Center und dem Times Square, wo uns abends mit dem Besuch des Musicals „Charlie and the Giant Chocolate Factory“ ein weiteres Highlight erwartete. Am Freitag, den 8. September 2017, machten wir uns schließlich auf in Richtung Maryland, allerdings nicht ohne einen ausgiebigen Spaziergang durch den großzügigen Central Park zuvor und einer kurzen Stippvisite beim „Imagine“-Mosaik, das unweit der Stelle, an der John Lennon erschossen wurde, liegt. Am späten Nachmittag trafen wir dann an der Salisbury School ein, wo uns bereits eine frenetische Delegation aus Eltern, Schülern und Lehrer sehnsüchtig erwartete. Trotz nicht zu übersehender Müdigkeit griffen viele unserer Teilnehmer beim vorbereiteten Büffet nochmals richtig zu, ehe es in die Gastfamilien ging und die Gestaltung des anstehenden Wochenendes diesen selbst oblag.

Am folgenden Montag ging es dann nach Ocean City, einer im Sommer völlig überlaufenen Stadt direkt am Atlantik. Hier statteten wir zunächst einem Meereszentrum einen Besuch an, bevor es mit dem Speedboot eine Stunde lang auf rasante Fahrt entlang des endlosen Sandstrands ging. Trotz fetziger Musik und jeder Menge Adrenalin blieben die Delphine, die sich gleich zu Beginn in unmittelbarer Nähe des Boots aufhielten, die Hauptattraktion.

Dann stand am nächsten Tag der zweitägige Ausflug nach Washington an: nach der Ankunft gegen Mittag führte uns ein ausgiebiger Fußmarsch nicht nur am Weißen Haus vorbei, sondern auch an fast allen bedeutenden Gedenkstätten der amerikanischen Geschichte. Das im Herbst immer noch warme und vor allem schwüle Wetter machte den Teilnehmern jedoch zunehmend zu schaffen, so dass unser Hotel als zweistündiges Zwischenetappenziel herhalten musste, bevor es abends noch zum Kapitol ging.

Auf dem Programm des nächsten Tages stand leider schon wieder die Rückreise. Zuvor geriet jedoch der Besuch des „Air and Space Museums“ zu einem denkwürdigen Event: das meistbesuchte Museum der USA mit ca. 8 Millionen Besuchern jährlich stellt jede Menge echte Unikate aus: die Flugmaschine der Gebrüder Wright, die „Spirit of St. Louis“ (Charles Lindberghs Flugzeug) und die Mondkapsel sind nur ein paar der berühmtesten Exponate.

Es folgten viele weitere Tagesausflüge, bei denen den Teilnehmern nun wahrlich nicht langweilig wurde: eine Kanufahrt durch Mangrovenwälder, ein Besuch in einer Donut-Filiale mit Einblick in die Produktionsabteilung und Verkostung sowie ein Besuch des Museums, das Harriet Tubman gewidmet ist. Diese in Deutschland kaum bekannte farbige Frau verhalf im 19. Jahrhundert insgesamt mehr als 300 Sklaven zur Flucht und setzte dabei immer wieder ihr eigenes Leben aufs Spiel – eine eindringliche Erfahrung, dieses Museum zu besuchen.

Ein zweitägiger Ausflug zusammen mit den amerikanischen Schülern führte uns außerdem nach Virginia. Auf dem Programm des ersten Tages stand das Vergnügen im Vordergrund, denn der Besuch eines Freizeitparks mit anschließendem gemeinsamen Essen und Übernachtung im Hotel brannte sich rasch ins Gedächtnis der Teilnehmer ein. Der Besuch der historischen Stätten in Jamestown, der ersten amerikanischen Siedlung durch Europäer im Jahre 1607, beeindruckte ebenfalls. Außerdem bot eine Schauspielerin eine unvergessliche Leistung, als sie in authentischen Kleidern auftrat und so tat, als sei sie eine Geflügelhändlerin im Jahr 1609. So geriet ihr 45-minütiger Auftritt nicht zuletzt dank eines lebenden Hahns zu einer kurzweiligen und absolut faszinierenden Performance.

Am verregneten drittletzten Tag wurden dann schließlich die Outlets im eine Stunde entfernten Delaware unsicher gemacht. Am vorletzten Tag wohnten wir einer professionellen Aufführung von Shakespeares „Hamlet“ in der Salisbury School bei, ehe wir anschließend noch einen kurzen Abstecher zum Salisbury Zoo machten. Höhepunkt des Tages war aber der deutsche Abend, bei dem jeder unserer Teilnehmer nicht nur eine (vorbereitete) deutsche Speise zubereiten und beisteuern musste, sondern auch im Rahmen einer kurzen Präsentation über ein Thema, das typisch deutsch ist, sein nunmehr stark verbessertes Englisch unter Beweis stellen durfte. Neben unzähligen Gruppenfotos blieb auch das von den Schülern selbst erfundene Dankeslied in Erinnerung.

Der tränenreiche Abschied am Donnerstag, den 21. September, fiel allen sichtlich schwer – zu überwältigt waren alle von den zahlreichen Eindrücken der vergangenen zwei Wochen. Die Heimreise führte uns schließlich über den Flughafen von Philadelphia, wo unser Flugzeug pünktlich abhob und uns sicher nach Frankfurt brachte, wo wir tags darauf gegen 7.00 Uhr landeten. Die letzte Etappe nach Oberkochen endete am Freitag, den 22. September 2017 um Punkt 12, wo die übermüdeten, aber gesund zurückgekehrten Teilnehmer sogleich wieder frenetisch von ihren Mitschülern und überglücklichen Familien empfangen wurden.

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