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Was macht ein Kanzleramtsminister?

Peter Altmaier steht Schülern des Oberkochener Gymnasiums Rede und Antwort

 

„Das ist schon etwas Besonderes, ein Kanzleramtsminister tritt normal nicht in Erscheinung“, sagt der CDU-Bundestagsabgeordnete Roderich Kiesewetter. 85 Schüler der Klassenstufe 9 vom Ernst-Abbe-Gymnasium in Oberkochen und 90 vom Schiller-Gymnasium Heidenheim sind an diesem Tag in der Landesvertretung Berlin, um auf Einladung von Roderich Kiesewetter politische Gespräche zu führen.

„Was macht eigentlich ein Kanzleramtsminister, kann man auf die Atomkraft verzichten, wie gefährlich ist der Israel-Konflikt, gelingt die Energiewende, was sagen Sie zu Pofallas Wechsel zur Bahn, warum haben Sie gegen ein NPD-Verbot gestimmt?“ Peter Altmaier kam ganz schön ins Schwitzen angesichts der vielen Fragen und der schwülen 28 Grad in Berlin.

Die Schüler hatten sich bestens vorbereitet und löcherten den Minister, der humorvoll die Welt erklärte. Zum Beispiel, dass ein Kanzleramtsminister eigentlich dafür sorgen muss, dass er gar nicht auffällt. „Wenn er gut arbeitet, hört man nichts.“ Und dass es ihm, Peter Altmaier, angesichts seiner eher auffälligen Statur (er gab sein Gewicht einmal mit „fast unter 140 Kilo“ an) manchmal schwer fällt, sich so zu benehmen, als ob er nicht da wäre.

Der ehemalige Umweltminister Altmaier beantwortete auch die Fragen seines alten Arbeitsgebietes. Atomkraft zu ersetzen sei kein technisches, sondern ein finanzielles Problem.

Am spannendsten fand der Schüler Simeon vom Ernst-Abbe-Gymnasium, wie Altmaier Deutschlands Chancen als Start-up-Land erklärte. Schließlich kann der Kanzleramtsminister Altmaier in leuchtenden Farben darstellen, wie man sich um die Zukunft Deutschlands als Technologiestandort kümmern muss. Der Genießer Altmaier malt aus, wie man sich in zehn, 20 oder 30 Jahren mit Buch und Rotwein in das selbstfahrende Auto setzt und nur noch „Berlin-Stuttgart“ eingibt.

Auch Roderich Kiesewetter wurde gelöchert. Würden Sie Chlorhähnchen essen? Er kann sich Besseres vorstellen, aber da er in den USA studiert habe, habe er auch schon Chlorhähnchen gegessen, antwortet Kiesewetter. Mehr besorgt ihn allerdings die Gefahr, dass unterschiedliche Rechtssysteme beim Freihandelsabkommen TTIP aufeinandertreffen. Der Unions-Obmann im NSA-Ausschuss Kiesewetter muss auch einige Fragen nach dem Abhörskandal beantworten. Aber auch sehr persönliche Fragen, ob er einmal Minister werden will, welche Kollegen er besonders schätzt und wie er Familie und Beruf vereinbart. Einen Abend im Monat und einen Samstag- oder Sonntagvormittag nehme er sich ganz frei für die Familie – angesichts dieser Antwort scheint doch manchem Jugendlichen das Berufsziel Politiker nicht ganz so lockend

Berlin ist anstrengend

Die Schüler des Abbe-Gymnasiums können bei ihrem Besuch in Berlin allerdings mit einem Politiker-Tagesablauf konkurrieren. Vom Besuch im Bahntower beim früheren Abgeordneten Georg Brunnhuber über Bundestag und Bundesrat, Stasi- und Stauffenberg-Gedenkstätten und Udo-Lindenberg-Musical bis zur Schülerdisco – Berlin dürfte anstrengend werden.

 

Lehrer Richard Burger und David Schmid vom Ernst-Abbe-Gymnasium mit Bundesminister Peter Altmaier und Schülern

Roderich Kiesewetter mit Schülern des Ernst-Abbe-Gymnasiums Oberkochen und des Schiller-Gymnasiums Heidenheim in Berlin.

 

 

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