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Berlinfahrt 2018 - Schäuble schult EAGler

„Ach wie viel einfacher ist andächtig schwärmen doch als gut handeln“ – Mit dem Zitat aus Lessings „Nathan der Weise“ brachte Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble seine Position auf den Punkt. Von diesem politischen Urgestein wurden die 64 Neuntklässler des EAG persönlich empfangen, ihm durften sie Ihre Fragen stellen und sie nutzten die Gelegenheit intensiv.
Nicht nur mit diesem Highlight, sondern mit dem gesamten Programm der diesjährigen Fahrt zur politischen Information des EAG wurden die Schülerinnen und Schüler darauf vorbereitet, „gut zu handeln“. Es wurde Neugier geweckt am politischen Geschehen, am demokratischen Austausch und an der Geschichte, aus der nicht nur Schäuble einiges zu erzählen hatte.
Neben persönlicher Anschauung gab es viel Hintergrundinformationen von Experten, Erlebnisberichte von Zeitzeugen und die Möglichkeit, die Herausforderungen und Folgen von Politik und historischen Entwicklungen hautnah zu erleben. In der Erlebnisausstellung „Story of Berlin“ machten die Schüler gleich am Dienstagvormittag eine multimediale Zeitreise.
Wie wichtig es ist, in Freiheit zu leben, ohne Mauern, ohne Einschränkungen der persönlichen Freiheiten, wurde während der Reise an verschiedenen Stationen klar: Das erste Mal schon beim  Zwischenstopp während der Reise nach Berlin in „little Berlin“ – dem Dorf Mödlareuth, das während der Mauerzeit geteilt war. In der Hauptstadt selbst dann zum Beispiel am Dienstag, als die Gruppe die Gedenkstätte der Berliner Mauer besuchte. Hier in der Bernauer Straße im Zentrum Berlins befindet sich ein wichtiges Stück deutsch-deutscher Geschichte. Dieser Erinnerungsort an die deutsche Teilung zeigt Reste der Berliner Mauer sowie den Aufbau der Grenzanlagen. Fassungslos lauschten die Schüler den unterschiedlichen Geschichten der Maueropfer, manche waren kaum älter als sie selbst. Genauso beklemmend war der Besuch des STASI-Gefängnisses in Hohenschönhausen, zeigte er doch menschenverachtende Inhaftier- und Verhörmethoden, die von einem Zeitzeugen beschrieben noch anschaulicher wurden. Hier wurde für die Schüler greifbar, wie wichtig es ist, in einem Rechtsstaat zu leben.
Der aktuellen deutschen Politik kamen die Schüler beim Gespräch mit ihrem Wahlkreisabgeordneten MdB Roderich Kiesewetter und dem schon erwähnten Bundestagspräsidenten Wolfgang Schäuble auf der sonst unzugänglichen Fraktionsebene im Bundestag nahe. Um die Abläufe und Funktionsweise besser zu verstehen, durften sie beim anschließenden Besuch des Bundesrates in die Rolle der Politiker schlüpfen. Dort erörterten sie die Frage: „Soll man schon mit 17 Jahren selbstständig Auto fahren dürfen?“ Getreu dem Schulmotto stellten die Schüler selbst aktiv und engagiert fest, dass die gemeinsame Entscheidungsfindung der politischen Einrichtungen ein schwieriger und aufwändiger Vorgang ist.
An den Abenden nutzte Schülergruppe das kulturelle Angebot der Hauptstadt und ließ sich mitreißen vom Improvisationstheater „Theatersport“, verfolgte die deutsche Geschichte unter freiem Himmel am Reichstagsufer bei der Installation „Dem deutschen Volke – ein parlamentarische Spurensuche" oder tanzte sich die Füße wund in der Disco „Matrix“.
Natürlich durften beim Erlebnis Berlinfahrt auch die bekannten Sehenswürdigkeiten wie die Museumsinsel, der Gendarmenmarkt, das Nikolaiviertel, der Berliner Dom das Brandenburger Tor oder die Gedächtniskirche nicht fehlen. An all diese Orte führte Herr Burger, der die Berlinfahrt am EAG zu einer Institution gemacht hat, so souverän, dass man hätte wetten können, dass auch er sagt: „Ich bin ein Berliner!“
Nach fünf Tagen in Hauptstadt, die dank der Organisatoren Herr Burger, Herr Schmid, Frau Stoll und Herrn Reichardt ungeheuer vielseitig gefüllt waren, ist zu erwarten, dass der ein oder andere trotz Schäubles Hinweis ins Schwärmen geraten ist.

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