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Berlin: deutsche Geschichte, Kultur und aktuelle Politik hautnah erleben                                                  

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin – EAG für 5 Tage in Berlin​

Berlin bietet Politik, Berlin bietet Geschichte und Berlin bietet Kultur. 42 Neuntklässler des Ernst-Abbe-Gymnasiums Oberkochen konnten dies auf ihrer politischen Informationsfahrt auf vielfältige Weise erleben.
Die Reise in die deutsche Vergangenheit begann für die Schülerinnen und Schüler bereits auf der Hinfahrt nach Berlin. Im Dorf Mödlareuth, welches während der deutschen Teilung von einer Mauer geteilt war, sahen die Schülerinnen und Schüler Reste der Mauer sowie den Aufbau einer Grenzanlage. Eindrucksvoll und lebhaft lernten die Schülerinnen und Schüler die Risiken und Gefahren der Fluchtversuche während der deutschen Teilung kennen. Zudem wurde diese Reise in das geteilte Deutschland noch anschaulicher mit dem Besuch in der Bernauer Straße im Zentrum Berlins und dem ehemaligen Grenzübergang Checkpoint Charlie.
Auch im Berliner Untergrund wurde die Geschichte des Kalten Krieges bedrückend und beklemmend spürbar: Die Führung der Berliner Unterwelten e.V. bot eindrucksvolle Einblicke in die Atomschutzbunker, welche bereits als Bunkeranlagen des ersten Weltkriegs dienten. Die Anlagen boten im Falle eines Atomkrieges Schutz für einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen und besaßen ein Fassungsvermögen von nur 3500 Personen. Alle ehemaligen Atomschutzanlagen Berlins zusammen konnten gerade einmal zwei Prozent der Bevölkerung schützen.
Nicht weniger beklemmend und düster war der Besuch des Stasi-Gefängnisses Hohenschönhausen. Denn auch ein anderes Kapitel der deutschen Geschichte spielte im Laufe der Woche eine wichtige Rolle. Die Führung der Experten war sehr anschaulich und zeigte, wie grausam und menschenverachtend die Haftbedingungen und Verhörmethoden waren.
Noch weiter zurück in die Vergangenheit ging die Reise in den Räumen der Gedenkstätte Deutscher Widerstand im Bendlerblock. Die Schülerinnen und Schüler wurden über die NS-Widerstandskämpfer Georg Elser aus Königsbronn sowie den Swing-Kids und Claus Schenk Graf von Stauffenberg ausführlich informiert.
Das politische Highlight der Woche stellte der Besuch des Bundeskanzleramtes dar. Diese begehrte Gelegenheit bietet sich nur sehr wenigen Besuchergruppen. Eine informative Führung brachte den Schülerinnen und Schülern das Foyer, die Leitungsebene und den Kabinettsaal näher. Im internationalen Konferenzsaal fand anschließend ein gemeinsames Gespräch mit Kanzleramtsminister Dr. Helge Braun statt. Die Schülerinnen und Schüler stellten bei dieser Gelegenheit kluge Fragen zum Arbeitsalltag des Ministers und zu den Themen Klimaschutz, E Mobilität und den Außenbeziehungen Deutschlands. Ermöglicht wurde dieser erstmalige Besuch des Kanzleramtes durch den Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter aus dem Wahlkreis Aalen-Heidenheim. Auch dieser stellte sich einer umfangreichen Fragerunde der Schülerinnen und Schüler.
Der aktuellen deutschen Politik kamen die Schülerinnen und Schüler neben dem Bundestag und Bundeskanzleramt auch im Bundesrat nahe. Um die Abläufe und Funktionsweise des Bundesrats besser zu verstehen, durften sie selbst in die Rolle eines Politikers schlüpfen und diskutierten über einen Gesetzesentwurf zum Thema „Führerschein ab 16 Jahren“. Sie beschlossen die Bundesratssitzung mit einer Abstimmung darüber. Sehr aktiv und engagiert stellten die Schüler fest, dass die Entscheidungsfindung in einem föderalen Staat ein schwieriger und aufwändiger Prozess ist.
Außerdem wurde die Hauptstadt mit dem Bus, dem Schiff und zu Fuß nicht nur historisch, sondern auch geografisch erschlossen. Der Weg führte dabei vom Osten am „Alex“ durch das Nikolaiviertel, über die Museumsinsel, dem Gendarmenmarkt und dem Brandenburger Tor zum Regierungsviertel. Reichhaltiges Hintergrundwissen hielten dabei nicht nur Herr Burger als erfahrener Berlin-Besucher, sondern auch unser Busfahrer Julian bereit. Auch die Schülerinnen und Schüler lieferten in Kurzreferaten wertvolle Informationen zu bedeutenden Themen und Sehenswürdigkeiten.
Bei so viel Geschichte und Politik durfte die kulturelle Abwechslung nicht fehlen. Im Improvisationstheater „Theatersport“ wurden die Schülerinnen und Schüler Zeugen eines spannenden Theaterwettkampfes. In der Schülerdisco „Matrix“ lernten die jungen Ostälbler das Berliner Nachtleben richtig kennen und tanzten sich die Füße wund.
Der Dank für die Vorbereitung und Durchführung dieser erlebnisreichen Berlinfahrt gilt Richard Burger, David Schmid, Sascha Reichardt und Susanne Katein.


Bild:Die Schüler der Klassenstufe 9 nach dem Besuch im Bundeskanzleramt mit dem Bundestagsabgeordneten Roderich Kiesewetter.

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