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Bildung muss allen offenstehen – Podiumsdiskussion mit Prominenz

Die SMV des Ernst-Abbe-Gymnasiums feierte Premiere. Die Vertreter der hohen Politik hatten zu wichtigen Themen vor der Europawahl und der Kommunalwahl viel zu sagen.


Was die beiden Moderatoren Julius Siebert und Paul Seibold in der Vorbereitung, Organisation und Durchführung geleistet hätten, dies sei vorbildhaft. Da waren sich die Landtagsabgeordneten Winfried Mack (CD’U), Andreas Stoch (SPD) und Martin Grath (Grüne) sowie Saskia Jürgens von den Linken und Christian Müller von der FDP einig. Udo Stein (AFD) ließ sich krankheitsbedingt entschuldigen. „Eine tolle Sache, macht von Eurem Wahlrecht Gebrauch“, appellierte Bürgermeister Traub. „Hohen Respekt“ zollte Schulleiter Ulrich Wörner seinen Pennälern. In der angenehm kurz gehaltenen Vorstellung betonte Wilfried Grath, dass bei den Grünen die Vernetzung von Ökonomie und Ökologie Platz eins im Wahlprogramm einnehme. „Wir sind für die Menschen da, wir kämpfen für ein zukunftsfähiges und friedliches Europa“, meinte Winfried Mack. Andreas Stoch erklärte, jeder Mensch müsse in dieser Gesellschaft seinen Platz haben. Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit seien oberste Maximen. Christian Müller verwies auf die Werte der FDP: Weltoffenheit, lösungsorientiert, enger Bezug zum sozialen Rechtsstaat. Soziale Gerechtigkeit, Frieden für alle und Umweltschutz hob Saskia Jürgens auf den Schild der Linken. Einige Themen im Überblick:
Europäischer Grenzschutz
Saskia Jürgens betonte mit Nachdruck das Recht aus Asyl. Schutzsuchenden Menschen müsse Heimat gegeben werden. Wer jetzt schon integriert sei, der müsse im Land bleiben dürfen, erklärte Martin Grath. Wenn man von Asyl rede, spreche man von Menschen in Not, erklärte Winfried Mack. Einem Einwanderungsgesetz liege ein egoistisches Motiv zugrunde. Zu einem Spurwechsel von „Spur Asyl zur Spur Zuwanderung“ könne man ja sagen, allerdings mit Stichtag Vergangenheit.
Bildung
Saskia Jürgens setzte sich für gemeinsames Lernen ein, allerdings werde an den Gemeinschaftsschulen wieder aussortiert. Auch Kinder mit Förderbedarf müssten ihren Platz haben. Christian Müller forderte eine Forcierung der Digitalisierung und höhere finanzielle Anstrengungen bei Schulgebäude, Lehrern und Sozialarbeitern. Die Kulturhoheit in der Bildungspolitik müsse bei den Ländern bleiben. „Wo Abitur drauf steht, muss auch Abitur drin sein und hier steht das Land vorbildlich da“, betonte Winfried Mack. Der Förderalismus müsse hochgehalten werden, fügte Andreas Stoch hinzu.
Umwelt
Die Vertreter von CDU, SPD, FDP und Grünen waren sich einig, dass Automobil-Konzerne in Sachen Nachrüstung in der Pflicht stehen. „Wir wollen keine Diesel-Fahrverbote, auf der anderen Seite habe aber die Gesundheit der Menschen oberste Gewichtung, erklärte Martin Grath. Andreas Stoch sprach von der „immensen Herausforderung veränderter Formen der Mobilität. Die Autoindustrie müsse ehrlicher werden, Fahrverbote würden gerade jenen Menschen mit geringem Einkommen nicht helfen. „Die Automobil-Branche hat beschissen und muss in die Verantwortung“, sagte Winfried Mack.
Kommunen
Die beiden Moderatoren setzten sich für eine kostenfreie Kindertagesbetreuung ein. „Wünschenswert, aber nicht bezahlbar“, meinte der Grünen-Vertreter. Man müsse viel Geld für Sprachförderung und Personal an den Schulen investieren. Bildung dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, fügte Andreas Stoch hinzu. Die Zukunftschancen eines Kindes werden „zwischen Null und zehn“ geebnet.
Bei einer Spontan-Abstimmung votierten alle Politiker für eine „Ehe für alle“ Beim Thema „Wahlrecht ab 16“ gab es ein 4:1, Winfried Mack votierte fürs Wahlrecht ab 17 Jahren. Vier Ja-Stimmen und ein Nein (Mack) gab es bei der Frage nach einer Legalisierung von Cannabis.
Von Lothar Schell

Politik am EAG

Für Politik sensibilisieren
Am 22. März findet am Ernst-Abbe-Gymnasium eine Podiumsdiskussion statt. Wie Paul Seibold und Julius Siebert vor der Europawahl im Mai Lust auf politische Themen machen wollen
„Wir haben festgestellt, dass manche Mitschüler keinen großen Bock auf Politik haben oder einfach Grundlagen fehlen“, so Paul Seibold und Schülersprecher Julius Siebert gegenüber der Schwäpo. Man habe nun die Idee gehabt, im Vorfeld der Europawahlen eine Podiumsdiskussion am EAG zu planen. Man sei in den letzten Monaten nicht untätig gewesen, habe eine Probewahl in der Jahrgansstufe eins durchgeführt und Wahlprogramme der Parteien vorgestellt. Dabei sei man zur Erkenntnis gekommen, dass „in politischen Grundfragen viel Luft nach oben besteht“, so die beiden Schüler. Dies werde auch immer wieder im Gemeinschaftskunde-Unterricht deutlich. Schulleiter Ulrich Wörner sei dem Vorschlag nach einer Podiumsdiskussion gleich zugeneigt gewesen. Nicht ohne Stolz verweisen Paul Seibold und Julius Siebert darauf, dass „wir bei den Landtagsabgeordneten offene Türen gefunden haben.“ Am 22. März von 7.45 Uhr bis 9.15 Uhr soll die Podiumsdiskussion im Form des Ernst-Abbe-Gymnasiums stattfinden. Fest zugesagt haben bereits Winfried Mack (CDU), Andreas Stoch (SPD) und Martin Grath von Bündnis 90/Die Grünen. Eventuell werden auch die FDP und die AFD mit Vertretern auf dem Podium Platz nehmen.
Worum es bei der Podiumsdiskussion geht
Noch sind die beiden EAG-Schüler dabei, die Details für die Podiumsdiskussion abzuklären. Zunächst einmal sollen die Teilnehmer in einem kurzen „Opening“ die Ziele ihrer Parteien vorstellen. Zur Sprache kommen werden in der Podiumsdiskussion Themen zur Bildungspolitik, Migration, Umweltpolitik, Pflegenotstand und zum Datenschutz. Aber auch das Thema „Drogen“ soll thematisiert werden. Breiter Raum soll schließlich einer Fragerunde eingeräumt werden.
Von Lothar Schell

im Bild von links

Paul Seibold,Julius Siebert

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