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Theater 2015

"Fisch verrückt" im Altenheim 

Theater-AG des Ernst-Abbe-Gymnasiums bietet eine Zwei-Stunden-Glanzleistung  Komödiantenhaft und literarisch

Leinen los für "Uschi mein Fisch". Untertitel: "Die Reise mit dem gelben  Untersee-Boot." Gut zwei Stunden lang werden die Lachmuskeln strapaziert im EAG-Forum, das bis auf den letzten Platz gefüllt ist.

Lothar Schell, Schwäbische Post

Kaum enden wollender Beifall für die Theater-Macher Eveline Lehmann und Thomas Moser. Was sie da in einem vibrierenden Kontext aus literarischen Splittern und komödiantischen Parodien mit ihren rund siebzig Eleven auf die Bühne gezaubert haben, ist schon bombastisch. Im letzten Jahr noch "Theater-Klassik" mit Arthur Millers "Hexenjagd", jetzt die heitere Note mit "Uschi mein Fisch." Die kleine Luzie, an Fischliebhaberei erkrankt, will ihren Fisch wiederhaben. Der soll medizinische Wunderdinge vollbringen können. Eine verwirrende Suchaktion kommt in Gang. Ja, es wird sogar ein U-Boot gekapert, um den ins Klo gefallenen Fisch zu fangen. Im Altenheim präsentiert Opa Otto Hollerbach einen köstlichen Sprach-Klamauk mit seinem Zimmergenossen Fred Leinemann. Klasse gemacht, wie die beiden Theater-Leiter die Szenerie  mit einem Regieteam aufbereitet haben. Verschiedene Schichten werden im Stück überlagert, zusammengefasst, konterkariert.  Tolle Bühnenbilder entführen im zweiten Teil des Stücks in die Unterwasserwelt und der Chor der Fünftklässler bereichert die facettenreich bestückte Komödie mit gesanglichen Einlagen. Ein Mammut-Unternehmen haben sich die Theater-Akteure ins Stammbuch schreiben, mit tollen sprachlichen Gags und semantischen Interims in diversen Dialekten. Schier zum Schreien die französelnde Köchin im Altenheim und die sächselnde Putzfrau, die in dieser Paraderolle sichtlich aufgeht. Man lässt auf dem U-Boot nicht locker, um den Fisch mit dem leukämieheilenden Korallin ausfindigi zu machen, der  Luzies Leukämie heilen kann. Es geht drunter und drüber bei "Fisch verrückt" im Altenheim und auf hoher See. Voll auf ihre Kosten, gerade einmal zwei Euro musste berappt werden, kommen die Besucher, die zwar gehörig Sitzfleisch mitbringen mussten, aber dafür mit einem echten "Zwerchfell-Knaller" entschädigt wurden. "Eine Weltpremiere", betonen die Theater-Leiter. Recht haben sie. "Uschi, mein Fisch" ist zwar ein vielfach aufgeführtes Stück, aber in dieser Dimension und Individualität hatte es Alleinstellungsmerkmal.

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