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Von Versuchung und Befreiung

Lothar Schell
Sechzig Schülerinnen und Schüler der Theater-AG präsentieren in einer beeindruckenden Darbietung Oliver Preußlers "Krabat".
Es geht um die Geschichte um den Waisenjungen Krabat, der in der Mühle am Schwarzen Wasser das Müllerhandwerk, aber auch die Kunst der Schwarzen Magie erlernt. In ständig wechselnder Szeneriem, einer aufwendigen Choreografie, in Sprechrollen, Rhythmen und Gesängen und mit einer bestechenden Licht- und Bühneninstallation entführen die Akteure des EAG in den abgründigen Kosmos von Versuchung und Befreiung. Wochenlang wurde genäht, gebaut, Sprechrollen  eingeübt. "Eine Teamleistung auf höchstem Niveau", meint eine Besucherin nach der Premiere am Dienstagabend im Forum des Ernst-Abbe-Gymnasiums. Dramaturgie in der Mühle im  Koselbruch.  Dort wird nicht nur Korn gemahlen, sondern auch die schwarze Magie gelehrt. In einer feingliedrig gestalteten Choreografie werden die Besucher  durch den Klassiker der Jugendliteratur geführt. Es geht um die Auseinandersetzung mit den Verführungen der Macht und um die eigene Verführbarkeit. Für die künstlerische Gesamtleitung zeichnen Evi Lehmann und Julia Rochlitz verantwortlich und Silas Gerhard, der gerade das Abi gezimmert hat, ist in die Assistenz der Gesamtleitung aufgestiegen. Ihm ist die Hauptrolle auf den Leib geschrieben
Schafft es Krabat, sich aus den Fängen des Meisters (Laura Polzer) zu befreien? Ist Krabat bereit, sein Leben zu opfern?  Facettenreiche Szenenbilder halten den Spannungsbogen hoch wie etwa der Soldaten- und der Kirmes-Tanz. Viel Mühe haben sich die Akteure mit einer schier überbordenden Vielfalt an Kostümen gegeben und die Sprechrollen haben passgenaue Artikulation. Mit Hilfe von Kantorka (Hanna Schaub), die Krabat liebt, kann er dessen Macht brechen und sich selbst befreien. Der Transfer zum alltäglichen Leben wird mit zielsicherem Duktus transponiert. Viele junge Menschen kommen mit Macht und Verführungen in Berührung, es geht um Gemeinschaft, Hilfe, Zugehörigkeitsgefühl, Freundschaft, Nächstenliebe. Das EAG-Ensemble trifft in dem hoch aktuellen Stück den Nabel der Zeit. Es geht um Werte in der heutigen Gesellschaft, die nicht zentraler sein könnten. Und die EAG-Eleven liefern dabei - kollektiv - eine Spitzenleistung ab.

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